Patrick Fischer: „Eine Olympia-Medaille wäre ein Traum!“

Fischer_Hockey2

Die umfassende Nachwuchsarbeit des EHC Kreuzlingen-Konstanz wird nicht nur seitens der Vereinsmitglieder, sondern auch des Schweizerischen Eishockey-Verbands (Swiss Ice Hockey Federation) gewürdigt. Die SIHF bewertet die Nachwuchsarbeit ihrer Vereine anhand eines „Erfassungs-Label“ genannten Punktesystems, das jeweils am Saisonende zu einem landesweiten Klassement zusammengeführt wird.

Hatte der EHCKK diese schweizweite Punktwertung im Winter 2023/2024 sogar gewonnen, belegte der Eishockey-Club vom Bodensee rund um Nachwuchschefin Monika Leuenberger in der vergangenen Saison den vierten Rang – als bestplatzierter Verein ohne Profi-Abteilung. Als Belohnung besuchte der noch amtierende Schweizer Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer am Montag (1. Dezember) bereits zum zweiten Mal die Bodensee-Arena, um bei den Trainings der U9- und U12-Stufe mit den zahlreich erschienenen Jugendspielern des EHCKK auf dem Eis zu stehen.

Und das tat der 183-malige Nationalspieler mit sichtlich viel Freude. „Die Nachwuchsarbeit der Vereine tangiert auch einen Nati-Trainer“, betont der 50-jährige Zuger. „Wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen. Es ist wichtig, dass wir die jungen Spieler fördern und weiterbringen. Und es hat mir wieder riesig Spass gemacht, mit den Kindern auf dem Eis zu stehen. Riesenkompliment an den EHC Kreuzlingen-Konstanz. Hier wird tolle Arbeit geleistet. Nicht umsonst ist der EHCKK schon zum zweiten Mal bester Nicht-Profi-Verein der Schweiz. Mein Besuch soll einerseits eine Belohnung sein, ist andererseits aber auch für mich eine Freude. Es erinnert mich an meine eigene Kindheit, wenn wir gemeinsam mit den Kollegen gespielt haben und jeweils eine Riesenfreude hatten, wenn mal ein Spieler der Ersten Mannschaft aufgetaucht ist. Ich mache das wirklich gerne!“

In den meisten Fällen kristallisieren sich Top-Talente erst im Laufe der Zeit heraus, in den Stufen U9 oder auch U12 ist der weitere Karriereweg der Kinder kaum absehbar. Welchen Rat hat der Nati-Trainer für die jungen Spieler? „Habt Freude am Sport! Die Kinder sollten nicht zu viel nachdenken, und ich glaube, das tun sie auch nicht. Das ist das Schöne mit den Kids: Sie leben für den Moment. Wichtig ist, dass sie verstehen, dass Eishockey ein Teamsport ist. Man ist nicht alleine, jeder achtet auf den anderen und respektiert Mitspieler und Gegner. Dann macht es am meisten Spass.“

Die Leidenschaft des Patrick Fischer für den Eishockey-Sport manifestierte sich auch im vergangenen September, als er sich persönlich für eine Sanierung und damit den Fortbestand der Bodensee-Arena in Kreuzlingen einsetzte. „Ich bin sehr dankbar, dass die Abstimmung zu unseren Gunsten ausgegangen ist“, so der ehemalige NHL-Spieler. „Es wäre ein trauriges Zeichen für die Region gewesen, wenn es die Bodensee-Arena nicht mehr geben würde. Die Region ist wichtig fürs Schweizer Eishockey, sie hat immer wieder tolle Spieler hervorgebracht. Ich bin froh, dass diese wunderschöne Arena erhalten und in Zukunft noch schöner werden wird.“

Hohe Erwartungen für die Olympischen Spiele 2026

Milano Cortina 2026 steht vor der Tür, und damit ein ganz besonderes Eishockey-Turnier. Erstmals seit 2014 pausiert die National Hockey League für Olympia, was zur Folge hat, dass sich im Februar die besten Spieler der Welt auf dem Eis gegenüberstehen werden. Auch Patrick Fischer brennt bereits für dieses Giganten-Treffen. „Das erleben zu dürfen ist ein Riesenprivileg“, schwärmt der erfolgreiche Nati Coach, der nach der Heim-WM im Mai sein Amt niederlegen wird. „Wir alle sind uns dieses Privilegs bewusst und freuen uns enorm darauf. Die Vorbereitungen und das Selektions-Prozedere laufen auf Hochtouren. Im Januar reise ich nach Nordamerika, um unsere NHL-Spieler und deren Vereine zu besuchen. Die Entscheidung, wer Teil des 25er-Kaders sein kann, wird schwierig sein. Aber die Vorfreude ist riesengross.“

Nicht wesentlich kleiner dürften die Ambitionen der Schweizer Nationalmannschaft sein. Als insgesamt fünfmaliger Vize-Weltmeister, davon 2018, 2024 und 2025 drei Mal unter Patrick Fischers Ägide, muss der Schweiz ein Status als Geheimfavorit zugesprochen werden. Andererseits datiert die letzte Olympia-Medaille aus dem Jahr 1948. Da wird’s doch mal wieder Zeit, oder, Coach? Fischer lacht: „Ja, wirklich, es ist höchste Eisenbahn! Wir haben in den letzten Jahren einige sehr gute Dinge gemacht, wir haben Selbstvertrauen, und wir sind auch hungrig. Uns ist sehr bewusst, dass die Gegner extrem stark sein werden. Aber das sind wir auch! Wir werden alles geben. Natürlich braucht es immer auch Wettkampfglück. Aber das Ziel ist es, mit einer Olympia-Medaille nach Hause zu kommen. Das wäre ein Traum!“